Ulmer Hocker, Max Bill, 1954
Der Ulmer Hocker gilt zurecht als funktionalistisches und minimalistisches Meisterwerk. Die klare, geometrisch bestimmte Formensprache weist zurück auf das Bauhaus und die Möbel, die Gerrit Rietveld in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelte. Die Multifunktionalität und der modulare Charakter des Hockers nehmen hingegen Themen vorweg, die im Designdiskurs der Hochschule für Gestaltung (HFG) Ulm eine zentrale Rolle spielen sollten und bis heute aktuell geblieben sind. Der Hocker wurde zunächst zur Möbilierung der neu gegründeten Hochschule für Gestaltung konzipiert. Für die selbst gestellte Gestaltungsaufgabe fanden Max Bill, der zum ersten Rektor der HfG berufen worden war und sein Mitarbeiter Hans Gugelot, der sich bald zu einem der bedeutendsten Dozenten entwickelte, eine bestechend einfache Lösung. Der Hocker liess sich preiswert, mit einfachen Mitteln und aus gewöhnlichen Materialien in den eigenen Werkstätten herstellen und war robust, verhältnismäßig leicht und vielfältig einsetzbar.
395 x 295 x 440 mm.
Art.Nr.: wb-form-ULMER
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